WIM 2012 - "wir musizieren"

 

Persönlichkeitsentwicklung durch Musikerziehung

Grundschule und Original Abenberger Blasmusik starteten gemeinsam die Initiative "wir musizieren"

Foto: Hiltl

Sind mit Begeisterung dabei: Die Kinder der ersten Klasse Grundschule in Wassermungenau (Grund- und Mittelschule Abenberg), die sich gemeinsam mit Schulleiterin Waltraut Veitengruber, Klassleiterin Hannelore Vieth und "wim-Lehrkraft" Roswitha Fischer über den gelungenen Beginn der Kooperation freuen. 


ABENBERG/WASSERMUNGENAU (hi) - "wim - wir musizieren", so nennt sich das Kooperationsprojekt zwischen der Grundschule im Schulort Wassermungenau als Teil der Grund- und Mittelschule Abenberg, und der Original Abenberger Blasmusik (OAB), einer Abteilung des SV Abenberg. Das Projekt wurde mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres gestartet und kann, nach gut vier Monaten, jetzt schon als voller Erfolg bezeichnet werden.

Erstaunliche Musikalität in kurzer Zeit

Alle 24 Kinder der von Hannelore Vieth geleiteten ersten Schulklasse begrüßen die Musiklehrerin beim Besuch des Schreibers dieser Zeilen geradezu euphorisch. "Guten Morgen, Frau Fischer", rufen sie lautstark im Chor, als diese das Klasszimmer betritt. "Guten Morgen, Kinder" schallt es genauso freudig zurück. Roswitha Fischer ist externe Musikfachkraft, hat erfolgreich ein Studium am Konservatorium Nürnberg absolviert und ist seit Jahrzehnten private Musiklehrerin in Abenberg. Damit besitzt die Projektleiterin die erforderliche Mindestqualifikation der Elementären Musikpädagogik (EMP).

Dass sie sich mit den Kindern prächtig versteht, ist unschwer auszumachen. In erstaunlich kurzer Zeit haben sie eine unüberhörbare Musikalität entwickelt. Der Unterricht wird im sogenannten "Tandem" mit der gesamten Grundschulklasse im Rahmen des regulären Unterrichtes durchgeführt. Das heißt, dass Hannelore Vieth als Grundschullehrkraft und Roswitha Fischer als externe Musikfachkraft des Musikvereins (= wim-Lehrkraft) den Unterricht gemeinsam gestalten. Dafür sind keine zusätzlichen Schulstunden erforderlich.

Die OAB ist Mitglied im Nordbayerischen Musikbund, dessen Bläserjugend sich das Unterrichtskonzept ausgedacht hat. Die Initiative dauert 18 Monate. Sie ist fortlaufend strukturiert, sieht eine Schulstunde pro Woche vor und wird in den Musikunterricht integriert, basierend auf dem Lehrplan der Schule. Im ersten Jahr wird überwiegend gesungen. Danach erfolgt die Vorstellung der Instrumente: Akkordeon, Keyboard, Klarinette, Saxophon, Trompete, Posaune, Bass, Tenorhorn u. a. 

Nach diesen 18 Monaten soll eine Basis bei den Kindern vorhanden sein, auf der die weiterführende musikalische Bildung in Form von Sing- und Instrumentalklassen, Gruppen- oder/und Individualunterricht aufbauen kann. 

OAB-Abteilungsleiter Ulli Fischer hatte das von seinem Dachverband veröffentlichte Konzept zum Anlass genommen, mit Waltraut Veitengruber, der Leiterin der Grund- und Mittelschule Abenberg, Kontakt aufzunehmen und die Kooperation vorzuschlagen. Rektorin Veitengruber war von der Idee sofort begeistert. Überhaupt sei sie "dankbar für jede Aktivität, die von außen in die Schule getragen wird". 

"Dass elementares Musizieren ein Schlüssel zu einer ganzheitlichen Entwicklung und zu erfolgreichem Lernen ist, weiß man. Darüber hinaus verbessert es erfahrungs­gemäß soziale Kompetenz, kompensiert Konzentrationsschwächen und fördert überdurchschnittlich schulische Leistungen. Die Effekte greifen jedoch nur, wenn spätestens im Grundschulalter damit begonnen wurde. Damit bietet die Kooperation zwischen Schule und Verein mit dem Projekt "wim - wir musizieren" die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft von jungen Menschen, egal welchem Geschlecht oder welcher Nationalität sie angehören."
(Bericht: Karl-Heinz Hiltl)